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Auracast und barrierefreies Hören: Was Planer heute berücksichtigen sollten

07. Januar 2026
Auracast und barrierefreies Hören: Was Planer heute berücksichtigen sollten

Akustische Barrierefreiheit ist ein wesentlicher Teil hindernisfreier Gebäude. In Räumen mit Sprachübertragung muss sichergestellt werden, dass Menschen mit Hörbeeinträchtigung Informationen zuverlässig empfangen können. In der Schweiz sind dabei unter anderem die projektspezifischen Anforderungen sowie die jeweils gültigen Normen und Vorgaben zu prüfen.

Auracast Broadcast Audio erweitert die bisherigen Möglichkeiten. Die Technologie basiert auf Bluetooth LE Audio und überträgt einen Audiokanal an mehrere kompatible Empfangsgeräte. Dazu können Hörsysteme, Kopfhörer, Smartphones oder bereitgestellte Empfänger gehören.

Auracast ersetzt die Planung nicht

Auracast wird häufig als einfache Alternative zur Induktionsschleife beschrieben. In der Praxis muss jedoch jedes Projekt einzeln beurteilt werden. Raumgrösse, Funkabdeckung, Vertraulichkeit, Anzahl Kanäle, Gerätekompatibilität und die Bedürfnisse der Nutzer beeinflussen die Lösung.

Auch die Übergangsphase ist wichtig. Noch verfügen nicht alle persönlichen Hörsysteme über native Auracast Unterstützung. Für öffentlich zugängliche Räume können deshalb kompatible Leihgeräte, Nackenschlaufen oder Kopfhörer erforderlich sein.

Was Auracast interessant macht

Die digitale Übertragung kann eine hohe Sprachqualität ermöglichen und lässt sich für unterschiedliche Anwendungen einsetzen. Neben unterstützendem Hören sind mehrere Sprachkanäle, Audiobeschreibungen oder der Ton stummer Bildschirme denkbar.

Im Vergleich zu einer fest im Boden oder Raum verlegten Induktionsschleife kann die Installation je nach Gebäude weniger bauliche Eingriffe erfordern. Daraus darf aber kein pauschales Versprechen zu Aufwand, Reichweite oder Kosten abgeleitet werden. Diese Werte hängen vom gewählten System und von der Umgebung ab.

Planung und Abnahme

Eine barrierefreie Hörlösung sollte früh mit Bauherrschaft, Fachplanung, Akustik und Nutzervertretungen abgestimmt werden. Neben der technischen Funktion zählen eine verständliche Kennzeichnung, einfache Ausgabe von Empfängern, geschultes Personal und regelmässige Funktionskontrollen.

Welche Lösung die geltenden Anforderungen erfüllt, muss projektspezifisch beurteilt und dokumentiert werden. Auracast ist eine wichtige neue Option, aber nicht automatisch für jeden Raum die alleinige Lösung.

FAQ

Ist Auracast bereits in allen Hörgeräten verfügbar?

Nein. Die Zahl kompatibler Geräte wächst, aber ältere Hörsysteme unterstützen die Technologie nicht automatisch. Übergangslösungen mit geeigneten Empfängern bleiben deshalb wichtig.

Ist Auracast automatisch normkonform?

Nein. Normkonformität ergibt sich nicht allein aus einem Produkt oder Übertragungsstandard. Planung, Abdeckung, Nutzerzugang, Kennzeichnung, Betrieb und Abnahme müssen gemeinsam geprüft werden.

Kann Auracast eine bestehende Induktionsschleife ergänzen?

Ja. Je nach Projekt kann ein paralleler oder schrittweiser Betrieb sinnvoll sein, damit unterschiedliche Empfangsgeräte unterstützt werden.

Barrierefreies Hören fundiert planen

MMAVE unterstützt Bauherrschaften und Fachplaner bei der technischen Einordnung, Systemwahl, Integration und Prüfung von Hörlösungen. Wir betrachten Auracast nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Raum, Nutzung und Betrieb.

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